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am Heinrich-Heine-Gymnasium Bitterfeld-Wolfen e.V.

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Justizministerin Angela Kolb zu Besuch

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WOLFEN/MZ - Das Heinrich-Heine-Gymnasium ist eine „Schule ohne, Rassismus-Schule mit Courage“. In fetten Lettern steht das seit 2008 am Eingang des Gebäudes. Damals hatte die Schule zum ersten Mal den Titel verliehen bekommen und ihn seitdem jedes Jahr verteidigt. Aber, sagt Lehrerin Ines Fischer, es komme nicht allein auf Titel an. Wichtig sei, dass Gewaltfreiheit und Toleranz gelebt werden, Weltoffenheit um sich greift. Es ist ein Wunsch, den die Pädagogin durchaus nicht allein für die Schule hat. Ihr schwebt vor, einen solchen Anspruch auf die ganze Stadt auszudehnen. „Wir müssen reden“, sagt sie am Rande der Eröffnungsveranstaltung der Projektwoche „Anders als ich“.

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„Es ist schwer, einen Titel zu erringen.“

Angela Kolb Justizministerin

„Wenn ich hier in die Runde gucke, sehen alle anders aus als ich“, stellt Schulleiter Wolfgang Schmidt unumwunden fest. Anders sein, so die Botschaft, ist normal, kein Einzelfall. Und schon gar nicht auf Herkunft oder Glauben allein beschränkt. Die Wolfener Gymnasiasten wollen das Miteinander leben - mit Menschen, die hier oder anderswo geboren worden sind, mit Jungen und Alten. Die Idee stößt auch bei Landes-Justizministerin Angela Kolb (SPD) auf Unterstützung. Sie lobt die Fuhnestädter für jahrelanges Engagement. „Es ist schwer, einen Titel zu erringen“, weiß sie. Ihn zu verteidigen, falle aber gewöhnlich noch schwerer. Die Wolfener punkten vor allem mit Vielfalt, lassen Toleranz und Courage nicht allein als Begriffe der Auseinandersetzung mit extremem Gedankengut rechter oder linker Gruppen stehen. Sie wollen sich die Welt erschließen und werden Neuland betreten: Schüler werden zumindest ein paar Stunden in die Arbeit in Senioreneinrichtungen eingebunden sein. Von Erweiterung des Horizonts ist die Rede. Aber auch von aktiver Hilfe für Menschen in anderen Ländern. Seit Jahr und Tag engagiert sich das Heine-Gymnasium, sammelt zum Beispiel Druckerkartuschen für afrikanische Schulen. Am Montag haben die Mädchen und Jungen einen Spendenlauf gestartet. Jeder Kilometer sichert ihnen bare Münze. Fünf Euro, weiß Lea Kindler. Die Fünftklässlerin hat ihre ersten Runden hinter sich und die Unterstützung ihres ganz persönlichen Sponsors, der Firma Lauterbach, sicher. Geld fließt in die Spendenkasse und soll den Erdbebenopfern in Japan helfen. Dafür legen sich auch Robert Sitte und Johannes Gebauer ins Zeug. Sie spulen Runde um Runde ab. „Die Eltern wollen dafür spenden“, so die Sechstklässler, die in der Projektwoche noch Theater spielen. Ums Anderssein und Mobbing geht es dort. „Aber am Ende wird alles gut.“ Heile Welt? Davon reden die Wolfener nicht. Sie werben vielmehr um Verständnis, wollen informieren und aufklären. Das schaffen sie sogar in der Küche. Was essen Leute in Asien? Nur Reis? Der Blick in den Kochtopf soll helfen, andere Menschen und Kulturen kennen zu lernen. Auch andere Religionen haben die Fuhnestädter im Blick. In Dessau wollen sie mit Vertretern der Deutsch-Islamischen Gesellschaft zusammentreffen und deren Moschee besuchen. Fremdes soll weniger fremd sein. Das trifft auch auf die Arbeit der Behindertenwerkstätten zu. Die sind nah. Für viele Schüler allerdings bisher gänzlich unbekannt.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, 6. JULI 2011

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